„freitags um fünf“ – Nachbarschaft (er)leben im Dachswald und Kaltental

Ein neues Nachbarschaftsnetzwerk in Kaltental-Dachswald lädt zum „Nachbarschaft (er)leben“ ein und zwar einmal im Monat „freitags um fünf“ im Jugendhäusle, Barchetstraße 14.

Der nächste Termin ist am 14. Dezember 2018. „Große und kleine Menschen aus dem Dachswald, Kaltental und der ganzen Welt sind herzlich eingeladen!“ Für Getränke ist gesorgt, Essen kann gerne mitgebracht werden. Sieben Familien laden gemeinsam mit der Thomaskirchengemeinde Kaltental-Dachswald zu diesem Nachbarschaftstreff ein.

Quartiers- und Nachbarschaftsgenossenschaften erfolgreich gründen

Die gemeinschaftliche Selbsthilfe in der Rechtsform der Genossenschaft erlebt aktuell eine Renaissance. Dies gilt besonders für Projekte des gemeinschaftlichen Wohnens und für soziale Aktivitäten im Quartier. Die Paritätische Akademie Süd bietet zwei wichtige Seminare zum Thema an:

Gemeinschaftlichen Wohn- und Immobilienerwerb und Nutzung im Stadtteil organisieren – Quartiergenossenschaften erfolgreich gründen
Das Seminar findet vom 26. bis 27.11.2018 in Stuttgart-Vaihingen im Paritätischen Mehrgenerationenzentrum statt. Mehr Infos finden Sie hier.
Vorab schon ein kurzer Einblick in das geplante Programm 
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Gegenseitige Hilfe in der Nachbarschaft – Sozial- und Seniorengenossenschaften erfolgreich gründen
Dieses Seminar wird vom 04. bis 05.02.2019 in Heidelberg veranstaltet – im Forum am Park. Detaillierte Infos gibt es hier.
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Referent ist bei beiden Veranstaltungen u. a. Dr. Burghard Flieger von der innova-eg.de.

Mobil im Quartier – mit Bürger-Rikscha und Lastenrad

Umweltfreundlich und gesund mobil sein kann man in Stuttgart-Vaihingen mit einer Bürger-Rikscha, die dabei neue Begegnungen im Quartier ermöglicht. Jüngere radeln ehrenamtlich Menschen durch das Quartier, die selbst nicht mehr fahren oder laufen können. Wer sich ehrenamtlich als Rikscha-Fahrer/in engagieren oder eine Rikscha zu gemeinnützigen Zwecken ausleihen will, kann zum Vaihinger Verein „Bürger-Rikscha – gemeinsam in Bewegung“ Kontakt aufnehmen. Die Idee hat auf jeden Fall Potenzial als Transferprojekt in andere Stadtteile: rikscha-vaihingen.de

E-Lastenräder kann man in Stuttgart an ganz unterschiedlichen Stationen gegen eine Spende ausleihen. Derzeit gibt es fünf feste Stationen: in Stuttgart-West, im Hallschlag, im Stuttgarter Süden, in Feuerbach und in Vaihingen. Der Verein Lastenrad Stuttgart e.V. sucht noch weitere Stationen im Stadtgebiet, die eine Lastenrad-Ausleihstelle sein könnten:

„Wir brauchen dich! Hast du ein Café, einen Laden, wohnst in einer WG oder arbeitest in einer sozialen Einrichtung, in einem Büro, in einer Schule oder in einem Kindergarten? Tu was für die Umwelt, die Mobilität in deiner Stadt und setze ein Zeichen für ein lebenswertes Stuttgart! Erkläre dich bereit, das Lastenrad für ein paar Wochen zu beherbergen und zu verleihen. Natürlich kannst du das Lastenrad währenddessen auch für deine Zwecke testen.“ Wer interessiert ist, findet hier weitere Informationen:
lastenrad-stuttgart.de

 

„Deine Straße“ mit einem Newsletter

Hallo liebe Nachbarinnen, hallo liebe Nachbarn,

endlich mal wieder Post vom „Deine Straße“-Team mit Neuigkeiten rund um das Projekt! Seit unserem App-Start im Januar hat sich Einiges getan – hier für Euch kurz und würzig die wichtigsten Fakten:

Kleiner Zahlensalat:

  • Rund 3.000 Nachbar/innen sind angemeldet
  • 20 neue Nachbar/innen melden durchschnittlich sich pro Tag an
  • 400 Wünsche und Angebote wurden eingestellt
  • Über 1.000 Nachrichten haben die Nachbar/innen miteinander ausgetauscht

Was wird’s Neues geben?

  • Sascha und Mathieu optimieren die Umgebungskarte in der App für Euch.
  • Wir planen eine gesonderte Anmeldemöglichkeit für Institutionen, Projekte und den Einzelhandel.
  • Wir möchten Nachbarschaftstreffen „auf halber Treppe“ veranstalten!
    Das heißt: gemeinsames Kuchenessen und Kaffeetrinken im eigenen Hausflur mit Euren Nachbarn. Wer ein solches Treffen für sein Mehrfamilienhaus vereinbaren möchte, schreibt uns eine Nachricht an hallo@deine-strasse.de. Wir stimmen den Termin mit Euch ab und kümmern uns um die Organisation.

Und sonst so?

  • Bei Facebook haben wir die 2.000er-Marke geknackt – schaut doch mal vorbei, was wir dort so machen: fb.com/deinestrasse.
  • Wir suchen ehrenamtliche Helfer, die uns z. B. bei den Nachbarschaftstreffen und anderen Aktionen unterstützen möchten!

Du bist noch nicht angemeldet, aber hast Lust, Dich mit Deinen Nachbarn zu vernetzen?
Lade dir die App jetzt herunter!

Liebe Grüße,
das „Deine Straße“-Team

Und hier gibt es noch viel mehr über „Deine Straße“ zu lesen:
http://gebrueder-schmid-zentrum.de/category/deine-strasse-nachbarschafts-app/.

Kunst im Quartier (I) – Hürden und gute Beispiele

Beim Treffen der Stadtteilvernetzer am 21. Juni 2016 in der Alten Kelter in Stuttgart-Vaihingen kamen über zwanzig Interessierte zusammen, um über „Kunst im Quartier und in der Quartiersvernetzung“ zu diskutieren.

Der erste Input kam von Harald Marquardt, dem Vorsitzenden des Vereins Kultur am Kelterberg Vaihingen e.V.. Sein Verein hat den Auftrag, sich mit dem Stadtbezirk zu vernetzen, explizit in der Satzung stehen, so dass es von vornherein eine starke Ausrichtung des Vereins auf das soziale Umfeld gibt, im Unterschied zu vielen anderen Kunsträumen und -initiativen in unserer Stadt.

Laut Herrn Marquardt sind folgende Aspekte wichtig, um erfolgreich im und mit dem Quartier Kunst zu machen:

  • Präsenz und Aktivitäten im Stadtteil (u.a. Teilnahme an Stadtteilfesten, Arbeit mit Schulen, Kunstaktivitäten im und für den öffentlichen Raum)
  • Kontakte zur lokalen Politik (Bezirksbeirat) und zur Stadtverwaltung
  • Suche von und Kontaktpflege mit Sponsoren. Hierbei ist es wichtig, auch Eigenmittel in geplante Projekte einzubringen. Die Erfahrung zeigt:  ist ein Teil des Geldes für ein Projekt schon vorhanden, wird dies vom Sponsor honoriert und die Summe entsprechend komplettiert. Eigenmittel erwirtschaftet der Vaihinger Verein u.a. durch eine jährliche Tombola mit Kunstwerken als Hauptgewinne, die von  Vereinskünstlern erstellt wurden, aber auch attraktiven und handsignierten „Nietenblätter“, die zwischenzeitlich als Sammlerstück begehrt sind
  • gute und verlässliche Arbeit der Vereinsmitglieder und Künstler des Vereins. Das soziale Umfeld muss sich darauf verlassen können, dass die Arbeiten und Beiträge des Vereins auch inhaltlich auf gutem Niveau sind
  • Eigenarbeit: der Verein kann und sollte da Hand anlegen, wo er gebraucht wird.

Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten sieht Harald Marquardt noch bei folgenden Punkten, wenn es um Kunst im Quartier geht:

  • Künstler sollten stärker in die Stadtplanung einbezogen werden, – und zwar von Beginn an, nicht erst, wenn Entscheidungen schon gefällt sind. Gerade in den Vororten fehlt es an klaren Sichtachsen, was ihre städtebauliche Qualität und damit auch Lebensqualität reduziert
  • Etats für „Kunst am Bau“ gibt es zum Teil nicht mehr, – eine Tradition, die wiederbelebt werden sollte
  • Vor Ort in den Stadtbezirken muss über die Rolle von Kunst, und gerade auch von zeitgenössischer Kunst, stärker diskutiert werden. Wenn alles abgerissen wird, was in neuerer Zeit gebaut und gestaltet wurde, – was bleibt dann von der zeitgenössischen Kunst übrig?
  • Es braucht noch mehr Treffpunkte für Kunst
  • Die Suche nach Sponsoren muss immer weitergehen

Aus einer anderen Situation heraus als der Vaihinger Verein am Kelterberg agiert das Netzwerk FUKS- die Freien Unabhängigen Künstler Stuttgart – eine offene Denk-, Austausch- und Handlungsrunde für zeitgenössische Aktionen/Bildende Kunst in Stuttgart. Hier haben sich freie Künstler ohne feste Anbindung an einen bestimmten Kunstraum, Bezirk und Sponsor zusammengeschlossen, aber mit der Bereitschaft und dem Ziel, stärker in den Stadtteilen und Vororten Stuttgarts aktiv zu werden. Und Menschen zur Kunst zu bringen, die normalerweise nichts mit Kunst „am Hut haben“. Sehr erfolgreich wird dies im Rahmen der Kunst-Aktion „One Night Stand“ umgesetzt, die in wechselnden Bezirken stattfindet.

Frau Graf von FUKS sieht folgende Defizite, wenn es um Kunst in Stuttgart und Kunst im Quartier geht:

  • Es fehlen Räume, Räume,Räume, um Kunst zu machen, – vor allem bezahlbare Räume. Die Stadt Stuttgart hat eine neue Webseite erstellt, die Räume für eine kreative Zwischennutzung auflistet. Zusätzlich bräuchte man sicher noch ein Angebot an günstigeren/unentgeltlichen Räumen
  • Es fehlt an der Bereitschaft, Künstlern für ihre Arbeit auch ein Honorar zu zahlen
  • Kunst braucht – auch im Stadtteil – mehr Akzeptanz
  • Kunst muss sichtbarer werden
  • Es bräuchte eine (lokale?) Plattform, wo Künstler mit Sponsoren zusammenfinden
  • „Künstler in Residence“ in Quartierseinrichtungen wie Behörden, Schulen, Sozialeinrichtungen usw. könnten die Sichtbarkeit und den Umgang mit Kunst im Quartier verbessern

Frau Mahmens und Frau Wirth vom Verein Zuhause Leben e.V. stellten ihre inklusive Mal-Workshop-Reihe „Wir machen Heslach bunter“, jetzt: „Wir machen Stuttgart bunter“ vor. Im Heslacher Generationenhaus treffen sich Menschen mit und ohne Behinderung, Junge und Alte, Menschen aus der gesellschaftlichen Mitte und vom Rand, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten, und zwar unter professioneller Anleitung. Die Kurse sind unentgeltlich, so dass niemand mit schmalem Geldbeutel  ausgeschlossen wird.

Durch die gemeinsame Arbeit ist die Kunst-Gruppe zusammengewachsen und die Teilnehmer/innen machen die beglückende Erfahrung, selbst etwas zu erschaffen und über eigene Grenzen hinauszuwachsen. Die Mal-Workshop-Reihe ist durch Bilder und Videos gut dokumentiert, – bitte schauen Sie in die Dokumentation auf der Webseite von Zuhause leben e.V. hinein. Im Rahmen einer Vernissage im Generationenhaus Heslach, die sehr gut besucht wurde, erhielten die Kunstwerke der Gruppe eine gebührende Öffentlichkeit. Da die Kunstausstellung noch durch den Bezirk „wandern“ soll, d.h. auch in anderen Einrichtungen gezeigt wird, wandert auch das Thema „Inklusion“ mit und kann so das Bewusstsein im Stadtteil verändern.

Einen Bericht über unser Stadtteilvernetzer-Treffen finden Sie auch in der Filder-Zeitung vom 23. Juni 2016 und online.