Kooperation mit Migrantenvereinen im Quartier

Beim Stadtteilvernetzer-Treffen am 18.02.2016 im Alten Feuerwehrhaus Süd ging es thematisch um die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund ins Quartier. Die Vereine, die von Migranten gebildet werden, spielen für die Integration eine sehr wichtige Rolle, weil sie Mittler sein können zwischen Menschen mit Migrationshintergrund und den alteingesessenen Vereinen und Bürgern. Welche Migrantenvereine gibt es eigentlich in Stuttgart und was machen sie inhaltlich?

Frau Alterio vom Stuttgarter Forum der Kulturen und Herr Radoicic vom serbischen Akademikernetzwerk “Nikola Tesla” klärten uns auf. Im Forum der Kulturen sind 150 Migrantenvereine organisiert, insgesamt gibt es 350 solcher Vereine in der Stuttgarter Datenbank des Forums. Die Vereine sind sehr unterschiedlich: es gibt Vereine mit langer Tradition und Neugründungen; die Inhalte der Vereine reichen von Volkstanz, über Musik, Literatur, Sprache bis zu Hausaufgabenhilfe, Seniorennachmittagen und Sport. Die Vereine sind stadtweit organisiert (oder sogar über die Stadt hinaus), d.h. das Quartier steht räumlich nicht im Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten.

Das Forum der Kulturen berät und fördert seit 18 Jahren Migrantenvereine und versucht Kooperationen zu schmieden zwischen “migrantischen” und “einheimischen” Vereinen. Die zentrale Plattform sind dafür die Projekttage, die alljährlich vom Forum organisiert werden. Das Forum verfügt über einen Terminkalender und über eine monatliche Zeitschrift und freut sich, wenn diese Publikationen auch über das Forum hinaus rege abgefragt werden.

Wie kann man im Quartier die Kooperation mit einem Migrantenverein starten?

  • Das Forum der Kulturen kann den Kontakt zu einem Verein herstellen. Es kann den Verein so auswählen, dass es viele  inhaltliche Überschneidungen gibt (dann ist der Verein aber nicht unbedingt aus dem Quartier, sondern aus einer ganz anderen Ecke Stuttgarts).
  • Man kann im Quartier auch damit starten, die Migrantenvereine, die es vor Ort gibt, zu kartieren und im Rahmen einer Vernetzungsveranstaltung anzusprechen. Regelmäßige Begegnungs- und Gesprächsmöglichkeiten fördern das gegenseitige Kennenlernen.
  • Wichtig ist bei jeder Kooperation ein Umgang auf Augenhöhe und keine paternalistische Bevormundung des Migrantenvereins.
  • Veranstaltungen, die sich an Migranten(vereine) im Quartier richten, sollten nicht ohne diese geplant werden. D.h. eine Veranstaltung zu organisieren und dann die Bürger mit Migrationshintergrund dazu einzuladen, – das funktioniert in der Regel nicht so gut. Besser ist es, von vornherein mit den Zielgruppen eng zusammenzuarbeiten und die Veranstaltung so zu konzipieren, dass sie auf die Bedürfnisse (und Lebenswelt) der Migranten(vereine) passt.
  • Die Kooperation zwischen “Alteingesessenen” und Bürgern mit Migrationshintergrund wird auch gefördert, wenn Einheimische deren Veranstaltungen besuchen, d.h. wenn man sich für den Anderen interessiert und nicht nur auf einseitige Besucherströme setzt (von den Migranten zu den Alteingesessenen aber nicht umgekehrt).

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