Bürger und Experten erarbeiten Maßnahmen für behindertengerechte Stadt

Stuttgarter Fokus – Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention

Die UN-Behindertenrechtskonvention ist 2009 in Kraft getreten mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.

Die Bundesregierung hat 2011 den Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention “Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft” verabschiedet, und auch auf Länderebene wurden ebenfalls Aktionspläne erarbeitet.

Die Landeshauptstadt Stuttgart beteiligt sich an dem landesweiten Prozess und hat mit einer Auftaktveranstaltung am 14. Oktober 2014 im Großen Sitzungssaal des Rathauses die Arbeit an einem eigenen kommunalen Aktionsplan für ihren Verantwortungs- und Aufgabenbereich begonnen.

In einem breit angelegten Beteiligungsprozess erarbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam mit Experten aus der Behindertenhilfe und Vertretern aus Politik und Verwaltung einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Dazu werden acht thematische Arbeitsgruppen gebildet, um Maßnahmen zu entwickeln, die Teilhabe und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung verbessern und sicherstellen sollen. Die Ergebnisse werden anschließend dem Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart vorgelegt.

Sieben Arbeitsgruppen werden im November und Dezember 2014 im Generationenhaus Heslach, Gebrüder-Schmid-Weg 13, 70199 Stuttgart tagen. Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil herzlich eingeladen. Für weitere Informationen und zur Anmeldung für die jeweils 1. Veranstaltung sind
simone.fischer@stuttgart.de und jan.peter@stuttgart.de
unmittelbare Ansprechpartner.

AG 1: Wohnen
Montag, 03. November 2014, 13:30 – 17:00 Uhr

AG 2: Assistenz
Montag, 10. November 2014, 13:30 – 17:00 Uhr

AG 3:
Bauliche Barrieren im öffentlichen Raum und in öffentlichen Gebäuden

Montag, 17. November 2014, 13:30 – 17:00 Uhr

AG 4: Die Stellung von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft
Mittwoch, 19. November 2014, 9:00 – 12:30 Uhr

AG 5a: Arbeit, Bildung
AG 5b: Freizeit, Kultur und Sport
Freitag, 28. November 2014, 9:00 – 12:30 Uhr
(wegen der Größe dieses Themenbereichs wird diese Gruppe nach der ersten Sitzung geteilt)

AG 6: Alter, Gesundheit und Pflege
Mittwoch, 03. Dezember 2014, 13:30 – 17:00 Uhr

AG 7: Sonstige Themen
Mittwoch, 17. Dezember 2014, 13:30 – 17:00 Uhr

Die Moderation übernimmt in allen Arbeitsgruppen die Breuninger Stiftung.

Bericht vom Treffen in Stammheim

Am 30.9.2014 waren die Stuttgarter Stadtteilvernetzer auf Einladung von Frau Schittenhelm und Frau Keppler, der dortigen stellvertretenden Bezirksvorsteherin, zu Gast in Stammheim. Hauptthema des Abends war die Netzwerkbildung in der offenen Altenhilfe, für die es in Stammheim mit dem dortigen Seniorenforum ein sehr gutes Beispiel gibt. Ferner wurde auch das Heimparlament im Luise-Schleppe-Haus vorgestellt, – ein innovatives Projekt, das von der Bürgerstiftung Stuttgart begleitet wurde.

Das Treffen fand im Foyer des Luise-Schleppe-Haus statt. Diese Pflegeeinrichtung bildet zusammen mit dem gegenüberliegenden Schloß, der Seniorenwohnanlage der ev. Altenheimat und der evangelischen Kindertagesstätte das Generationenhaus Stuttgart-Stammheim. Herr Steinemann, der Leiter der Kita, berichtete von der guten generationenübergreifenden Arbeit: rund 20 Projekte für Alt und Jung gemeinsam werden über das Jahr hinweg umgesetzt. Viele gute Ideen werden insbesondere auch von den Mitarbeiter/innen eingespeist.

Das Seniorenforum Stammheim wurde von Frau Keppler vorgestellt. In diesem treffen sich seit 2013 mindestens dreimal im Jahr sämtliche Organisationen und Gruppen des Stadtbezirks, die mit Senioren befasst sind: von der Diakoniestation und den Kirchengemeinden bis zu den Sportvereinen und der vhs. Auch der örtliche Handel, der auf Senioren spezialisiert ist, nimmt teil.  Im Jahr 2013 fand vom Seniorenforum organisiert ein Info-Tag für die Öffentlichkeit unter der Überschrift “Älterwerden in Stammheim” statt. Hier gab es Fachvorträge (u.a. über Brandschutz, Enkeltrick, Patientenverfügung ) und eine Ausstellung mit altersrelevanten Produkten, auf der sich auch der örtliche Fachhandel präsentieren konnte. Im nächsten Jahr wird der Schwerpunkt des Infotages auf dem Thema “Demenz” liegen, auch hier werden Spezialisten für Vorträge eingeladen und es findet eine Vernetzung mit den entsprechenden Stuttgarter Organisationen für Demenz statt.

Ziele des Stammheimer Seniorenforums sind: sich kennenlernen, sich vernetzen, Doppelstrukturen vermeiden und Themen öffentlich bearbeiten, die für Senioren von Relevanz sind. Im Unterschied zu manch anderen Netzwerken in der offenen Altenhilfe ist das Seniorenforum Stammheim durch große organisationale Vielfalt gekennzeichnet und damit auch durch eine große Ressourcenbreite, die sich in Form von Wissen und Kontakten ausdrückt und vom Sport über Kirche und VdK bis zur Bildung und der ambulanten Altenhilfe reicht.

Welches sind die Voraussetzungen, damit ein solches Netzwerk sich in der offenen Altenhilfe etablieren kann? Man braucht nach Aussagen der Praktiker:

  • ein oder zwei Netzwerkknüpfer/innen, die vor Ort über viele Beziehungen verfügen und in der Lage sind, unterschiedliche Gruppen an einen Tisch zu bringen
  • eine (Bezirks)Verwaltung, die das Vernetzungsziel fördert
  • einen vollständigen Überblick über die Zielgruppen vor Ort bzw. eine Adressensammlung
  • persönliche Ansprache der Zielgruppen

In Stammheim begünstigt generell die räumliche Größe des Bezirks mit rund 12.000 Bewohner/innen Vernetzungsbemühungen vor Ort. “Man kennt sich” – so der Tenor der Stammheimer beim Treffen der Stadtteilvernetzer. In größeren Bezirken ist die Vernetzung eventuell schwieriger, so dass es Sinn machen könnte, im Stadtteil und nicht gleich auf Bezirksebene anzufangen.

Frau Schittenhelm stellte noch das Heimparlament im Luise-Schleppe-Haus vor, – ein höchst innovatives Modell, denn bis heute gibt es bei über 50 stationären Pflegeeinrichtungen in Stuttgart nur vier, die neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Heimbeirat noch freiwillig gemeinwesenorientierte Beteiligungsstrukturen institutionalisiert haben.  Das Heimparlament umfasst 16 Delegierte aus dem Generationenhaus und dem Stadtteil. Es bietet sich zur Nachahmung auch in anderen Pflegeeinrichtungen an. Aus diesem Grund werden wir in einem gesonderten Artikel noch ausführlicher auf das Heimparlament eingehen und auch den Flyer des Gremiums hier veröffentlichen, – schauen Sie also bei Gelegenheit wieder auf unserer Webseite vorbei.

Zum Abschluss nochmals herzlichen Dank an die Stammheimer Beteiligten, die beim Stadtteilvernetzer-Treffen mitwirkten, und an das Luise-Schleppe-Haus für die Nutzung des schönen Foyers. Das nächste Treffen der Stadtteilvernetzer wird voraussichtlich auf dem Hasenberg im Stuttgarter Westen stattfinden. Hier  wird derzeit auch an einem Quartierskonzept gearbeitet, – den Termin finden Sie dann in der sidebar links oben.

Netzwerke in der offenen Altenhilfe

Die Stuttgarter Stadtteilvernetzer/innen besuchen Stammheim! Zu diesem nächsten Treffen am

Dienstag, 30.9.2014 ab 17.15 Uhr
im Luise-Schleppe-Haus, Café im Erdgeschoss, Kornwestheimer-Str. 30

laden wir alle Interessierten, die in der Stadtteilvernetzung aktiv sind – egal ob bürgerschaftlich, städtisch oder gemeinnützig – herzlich ein. Unser Thema wird sein:

“Netzwerke in der offenen Altenhilfe aufbauen, – wie geht das?”

Frau Keppler, die stellvertretende Bezirksvorsteherin, wird das “Seniorenforum Stammheim” vorstellen, das erfolgreich viele unterschiedliche Akteure der offenen Altenhilfe im Stadtbezirk zusammenbringt.

Bei den daran anschliessenden Runden Tischen können alle Teilnehmer/innen in den direkten Fachaustausch untereinander und mit den Stammheimer Vernetzungs-Experten treten, um über die Chancen und Schwierigkeiten bei der Netzwerkbildung in der offenen Altenhilfe zu sprechen.

An einem Tisch wird zudem noch das Heimparlament im Luise-Schleppe-Haus Thema sein. Dieses Heimparlament, das sich als Forum für Bürgerbeteiligung in der stationären Altenhilfe versteht, wird im Plenum von Frau Schittenhelm kurz vorgestellt werden, als ein Modell, das sich auch für den Transfer in andere Alten- und Pflegeeinrichtungen eignet.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Fotoausstellung im Generationenhaus Heslach

Fotografien “Gesichter und Augenblicke” von Mehmet Werner im Café Nachbarschafft des Generationenhauses Heslach vom 16. September bis 31. Oktober 2014

Der Fotograf Mehmet Werner ist im Generationenhaus Heslach ehrenamtlich tätig und fotografiert dort seit 6 Jahren Menschen, die mit der Einrichtung auf vielfältige Weise verbunden sind.  –> Mehr …

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Im Gebrüder Schmid Zentrum des Generationenhauses Heslach sind jederzeit Menschen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen willkommen. Der generationenübergreifende und interkulturelle Austausch trägt viel zur Verständigung bei und fördert das Lernen voneinander und miteinander. Dies zeigt Mehmet Werner mit seinen Fotografien “Gesichter und Augenblicke”.

Bürgerbeteiligung am Fotowettbewerb

“Heslach im Blick“ zeigt sich von seiner Schokoladenseite
Eine Schokolade für Heslacher Bürgerinnen und Bürger… für unser Quartier ist dies neu. Doch nicht in anderen Stadtteilen Stuttgarts. So kam die Idee dazu aus Degerloch, wo Degerlochs Schokoladenseiten seit Jahren ein Renner sind
.

Und nun wird daraus ein Projekt entstehen, bei dem alle Bürgerinnen und Bürger im Stuttgarter Süden mitmachen können. Mehr noch: Jeder ist dabei, wenn es darum geht, ihr Quartier von seiner schönsten Seite zu zeigen – beim großen Fotowettbewerb “Das schönste Foto vom Stuttgarter Süden”. Dem Sieger winkt eine weitere Fair-Trade-Schokolade, die sein prämiertes Motiv auf der Verpackung zieren wird, und die dann in den Handel kommt.

Wie das im Einzelnen aussieht, lesen Sie im Blog des Generationenhauses Heslach.

“Heslach im Blick” – das Quartiersprojekt

Ein groß angelegtes Quartiersprojekt, das die Bürgerinnen und Bürger in Heslach stark mit einbindet, trägt inzwischen bemerkenswerte (und auch nachahmenswerte) “Früchte”.

Die Ergebnisse aus vier Arbeitsgruppen, die seit dem 18. Juli 2012 das Projekt zu unterschiedlichsten Themen und aus vielfältigen Blickwinkeln auf die Beine stellen, zeigen eindeutig: Bürgerbeteiligung und Bürgernähe werden in Heslach resp. im Stuttgarter Süden intensiv gelebt und auch hautnah erlebt.

Was sich im Einzelnen hinter dem Quartiersprojekt “Heslach im Blick” verbirgt, wird im Blog des Gebrüder Schmid Zentrums im Generationenhaus Heslach sichtbar:
http://gebrueder-schmid-zentrum.de/blog/?p=513

Veranstaltungsmonat im Generationenhaus Heslach: Mit Energie richtig haushalten

Das Gebrüder Schmid Zentrum im Generationenhaus Heslach gestaltete den Monat Mai 2014 zu einem “Energiesparmonat”. Das Thema war: Wie können wir Bürger und Bürgerinnen in unserem privaten Haushalt ökologisch und ökonomisch mit Wasser, Strom und Gas leben?!

Für alle Interessierten gibt es im Blog des Generationenhauses Heslach eine Nachlese.

Das Resümee des Heslacher “Energiesparmonats“: Auch in anderen Stadtbezirken wird eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Energieeffizienz“ bei zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern auf ein hohes Interesse stoßen.

SEEFür weitere Informationen ist Sandra Langer vom Amt für Umweltschutz der Stadt Stuttgart Ihre Ansprechpartnerin: sandra.langer(at)stuttgart.de – www.stuttgart.de/see.

Tauschen im Quartier – Stuttgarter Tauschringe berichten

Beim Treffen der Stadtteilvernetzer in Feuerbach waren zwei Tauschringe zu Gast: das Tauschforum Stuttgart und der NeckarTauschRing.

Das Tauschforum Stuttgart gibt es seit 19 Jahren. Es ist ein unabhängiger Tauschring, der ehrenamtlich verwaltet wird. Das Büro des Tauschrings ist bei der Caritas in der Wagnerstraße,  monatliche Treffen der Tauschmitglieder finden u.a. im Generationenhaus Heslach statt.  Das Tauschforum hat rund 80 Mitglieder. Getauscht werden Dienstleistungen aber auch Gegenstände. Alle Leistungen werden mit der Währung des Tauschforums, den “Talenten” verrechnet. Es gibt eine Marktzeitung in Papierform und einen Marktplatz im Internet in Form eines wikis, das aber gerade ‘under construction’ ist. Das Tauschforum ist überregional vernetzt, so dass mit den “Talenten” auch in anderen Städten, in denen es Tauschringe gibt, bezahlt werden kann. Das Tauschforum sieht sich als stadtweiten Tauschring, hat aber viele Mitglieder aus dem Stuttgarter Süden.

Der NeckarTauschRing sitzt in Hedelfingen und konzentriert sich räumlich auf die Stuttgarter Neckarvororte wie Ober- und Untertürkheim, Rohracker, Wangen, Luginsland, Lederberg. Der Tauschring wird ebenfalls komplett ehrenamtlich verwaltet und ist unabhängig, aber mit guten Kontakten zur katholischen Kirche in Hedelfingen, da die Gründung des Tauschrings auf einen dortigen Diakon zurückgeht. Im  NeckarTauschRing werden Dienstleistungen getauscht und mit der Währung “Öxle” verrechnet. Auch der NeckarTauschRing trifft sich einmal monatlich zum wechselseitigen Kennenlernen und Tauschen. Zwischenzeitlich werden über den Tauschring auch Vorträge angeboten oder Wanderungen durchgeführt. Die Marktzeitung gibt es in Papierform oder Online. Bei der Verwaltung hilft der Gruppe eine Tauschring-Software. Der Tauschring hat rund 60 Mitglieder. Die Altersspanne reicht – wie beim Tauschforum – von Mitte 30 bis 70 Jahren. Vernetzt ist der NeckarTauschRing speziell mit Tauschringen in Heilbronn und Bad Wimpfen.

Tauschringe als organisierte Nachbarschaftshilfe – darüber wird derzeit in vielen Stadtteilen nachgedacht. Kann man im Quartier ein solch anspruchsvolles Projekt stemmen? Was ist wichtig, damit Tauschringe funktionieren? Hier ein paar Erkenntnisse aus der Diskussion beim Stadtteilvernetzer-Treffen:

  1. Die Kommunikation und der Kontakt unter den Mitgliedern des Tauschrings – neuen und alten – ist ganz zentral. Tauschen hat viel mit Vertrauen zu tun, – und das entwickelt sich durch regelmäßige persönliche Treffen. Man kann vieles online regeln, – aber eben nicht alles. Die persönliche Begegnung braucht es dringend, d.h. regelmäßige Stammtische bzw. Treffen sind wichtig.
  2. Das Quartier/der Stadtbezirk  ist eine gute räumliche Einheit für einen Tauschring, da Nähe (persönlich und räumlich) eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg eines Tauschrings ist (s. Punkt 1)
  3. Ein Tauschring kann schon mit 15 engagierten Leuten starten, braucht dann aber ein Wachstum.
  4. Die Abgrenzung gegenüber Gewerblichen muss eindeutig sein, d.h. angeboten werden dürfen nur kleine Dienstleistungen, bei denen auch klar sein muss, dass es sich um erweiterte Nachbarschaftshilfe handelt.
  5. “Jeder Teilnehmer ist für die erbrachte Leistung selbst verantwortlich”, d.h. der Tauschring übernimmt keine Haftung.
  6. Die Verwaltung des Tauschrings kann heutzutage komplett online erfolgen und per Telefon, auch die Koordination unter denjenigen, die den Tauschring verwalten, – das spart sehr viel Zeit. Die Marktzeitung muss aber immer auch in Papierform vorliegen, für jene, die mitmachen wollen, aber über keinen Internetanschluss verfügen.
  7.  Öffentlichkeitsarbeit für den Tauschring ist sehr wichtig, d.h. Kontakte zur Presse und eine Webseite braucht man.

Die beiden Tauschringe stehen für Nachfragen aus den Reihen der Stadtteilvernetzer gerne zu Verfügung. Das Tauschforum Stuttgart ist jeden Donnerstag persönlich von 17-19 Uhr erreichbar (Tel. 21069-61) und bald auch wieder online. Die Kontaktdaten des NeckarTauschRings finden Sie hier. Beide Tauschringe freuen sich auch über Neumitglieder. Falls in Ihrem Quartier kein Tauschring existiert oder angedacht ist, dann machen Sie doch bei einem der beiden Tauschringe mit!

Die Stadtteilvernetzer danken den beiden Tauschringen für’s Kommen und ihre Bereitschaft, Wissen mit anderen zu teilen.

Die Stadtteilvernetzer besuchen Feuerbach

Mehr als zwanzig Teilnehmer/innen kamen zum vierten Treffen der Stuttgarter Stadtteilvernetzer in das Service- und Quartiershaus der Samariterstiftung im Quartier “Feuerbacher Balkon” und Umgebung. Wo früher einmal das Feuerbacher Krankenhaus stand, befindet sich nun ein Neubauviertel mit über 500 Bewohnern. Herr Schlegel, unser Gastgeber informierte gemeinsam mit Freiwilligen und der stellvertretenden Feuerbacher Bezirksvorsteherin, Frau Ramp, über die Vernetzungsstrukturen im Quartier “Feuerbacher Balkon” und darüber hinaus.

Herr Schlegel ging auf die Rolle des Quartiershauses ein, das inmitten des Neubaugebietes liegt, in direkter Nachbarschaft von Wohnungen der Behindertenhilfe des bhz, einer Kindertagesstätte und einer Tagespflege. Die Samariterstiftung will mit ihren Aktivitäten im Quartiershaus – das selbst ein Ort des generationenübergreifenden Wohnens ist – eine lebendige Nachbarschaft bilden. Diese Zielsetzung stößt bei den Bürgern im Neubaugebiet und in der Umgebung auf Resonanz, so dass Aktivitäten wie das regelmäßige Quartierscafé, die wöchentlichen “Spiel und Spaß”-Runden mit den Bewohner/innen des bhz und das gemeinsame Backen mit der Kindertagesstätte sehr gut angenommen werden. Herr Schlegel betonte, dass die Samariterstiftung nicht mit einem fertigen Programm ins Quartier ging, sondern dass die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner ausschlaggebend dafür sind, welche Projekte letztlich auf die Beine gestellt werden. Frau Wetzer vom bhz stellte das gute Miteinander im Quartier heraus, – die Menschen mit Behinderungen, die hier leben, sind als Nachbarn akzeptiert.

Frau Ramp vom Bezirksamt sagte, dass Feuerbach eine gute Willkommenskultur schaffen will. Sowohl das Quartiershaus als auch das bhz sind wichtige Akteure im Umfeld, deren Vernetzungsaktivitäten vom Bezirksamt unterstützt werden. Herr Schlegel ging auch auf die Vernetzung des Quartiers mit den umliegenden Vierteln bzw. mit anderen Feuerbacher Gebieten ein. Um örtliche Vereine an das Neubaugebiet anzudocken bietet das Quartiershaus Räume für Initiativen aus dem Stadtteil an. Die vhs ist mit einem Bildungsangebot im Quartiershaus schon präsent. Andere Interessierte aus Feuerbach dürfen sich gerne bei Herrn Schlegel melden (Tel. 814 779 102). Vernetzungsstrukturen zwischen Bürgern und zwischen Bürgern und örtlichen Organisationen aufzubauen braucht Zeit. Ein professioneller Vernetzer oder eine Vernetzerin kann hier eine wichtige Rolle spielen. Generell ist es eine große Herausforderung, Migranten und  jene Bürger zu erreichen, die zurückgezogen leben, gerade auch im Alter. Obwohl hier der Bedarf nach Unterstützung und sozialen Kontakten häufig am größten ist.

Die Samariterstiftung hat noch viele Ideen, die sie ins Quartier einbringen kann: ein Tauschring ist ebenso angedacht wie eine Stiftung. Für alle diese Projekte braucht es Freiwillige und Bürger, die Hilfe und Unterstützung auch annehmen. “Die persönliche Ansprache ist das Wichtigste”, resümiert Herr Schlegel, so erreicht man die Bürger im Quartier am Besten.

Die Stadtteilvernetzer danken dem Quartiershaus für die Gastfreundschaft und wünschen weiterhin viel Erfolg bei der Vernetzung vor Ort!

Nach dem Input von Herrn Schlegel und den anderen Feuerbachern kamen wir zum Schwerpunkt-Thema unseres Treffens: “Tauschringe als Form der Nachbarschaftshilfe”, – dazu gibt es einen gesonderten Artikel hier im Blog.

Zum Abschluss unseres Treffens informierte Herr Lange aus Heslach, der im dortigen Generationenhaus aktiv ist, über die neuen “Heslacher Schokoladenseiten”. Zur Erinnerung: das Projekt stammt aus Degerloch (siehe Degerlochs Schokoladenseiten”) und wurde nun über das Forum der Stadtteilvernetzer nach Heslach gebracht. Herr Lange zeigte die fair-trade-Schokolade mit der hübschen Heslach-Banderole und den Kurzgeschichten von ihm auf der Innenseite. Es sind nun einige Aktionen geplant, um Bürger/innen in die Gestaltung der Schokoladen-Banderole mit Schreib-/Mal- und Fotowettbewerben einzubeziehen. Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Projekttransfer!

Heslach im Blick … des Wohnens wert … des Lebens wert …

HiBStuttgart-Süd: vor Ort und mittendrin
Das 2. Forum für mehr Wohn- und Lebensqualität
im Quartier am 15. Mai 2014 – ein Rückblick


Auch die 2. Veranstaltung im Rahmen des Quartierprojektes “Heslach im Blick” am Donnerstag, 15. Mai 2014, zeigte, immer mehr Bürgerinnen und Bürger in unserem Viertel haben ein starkes Interesse an neuen sozialen Wohn- und Lebenskonzepten. Stand in der Auftaktveranstaltung am 17. Juli 2013 der Fokus noch eindeutig auf gemeinschaftsorientierten und selbstorganisierten Wohnformen, wurden dieses Mal auch sozial geprägte nachbarschaftsorientierte Projekte und Initiativen vorgestellt.

Die rege Beteiligung im sehr gut besuchten Rudolf Schmid Saal des Generationenhauses Heslach durch gezielte Fragen während der einzelnen Vorträge wie auch in den jeweiligen intensiven Einzelgesprächen und Gruppendiskussionen im Anschluss an die Veranstaltung unterstreicht, “… des Wohnens wert … des Lebens wert …“ beschäftigt die Heslacher Bewohner – hat inzwischen für die Bürgerinnen und Bürger einen hohen Stellenwert im Quartiersleben.

Eine besondere Note bekam die Veranstaltung durch die musikalische Begleitung von Vladimir Romanov, der den Anwesenden mit seinen Klavierstücken einen schönen kulturellen Genuss schenkte.

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Interessierte, die die Informationsveranstaltung nicht erleben konnten, finden hier ein zusammenfassendes Resümee aller Vorträge. Die darin angegebenen Verlinkungen geben eine vertiefende Information für jeden, der mehr über die einzelnen Projekte und Initiativen erfahren möchte:

M.KunertMichael Kunert
von der Kontaktstelle Baugemeinschaften:
Bürger bauen mit
Baugemeinschaften und gemeinschaftliches Wohnen in Stuttgart

 

S.LangerSandra Langer
vom Amt für Umweltschutz:
SEE – Stadt mit Energieeffizienz
Energie in Zukunft:
Was können wir heute vor Ort dafür tun?

S.GedikSalman Gedik
Lebensmitteleinzelhändler aus Heslach:
Ein Geschäft auf eine andere Weise
Neben Lebensmitteln auch
Nachbarschaftshilfe im Angebot

AltenknüpferSonja Wörtmann und Claus Sendler
von den “Altenknüpfern“:
Gemeinsam statt einsam
Elf Senioren in ihrer selbstorganisierten
Wohn- und Lebensgemeinschaft

B.LangeBernd Lange
über ein “Transferprojekt“ für den Stuttgarter Süden:
Heslach gibt was her
“Heslach im Blick“
zeigt sich von seiner Schokoladenseite