Quartiersvernetzung in der Neckarvorstadt

Seit Mitte 2013 gibt es in der Neckarvorstadt, d. h. auf der linken Seite des Neckars rund um das Gebiet der St. Martinskirche in Bad Cannstatt, das Quartiersprojekt „Gemeinsam für die Neckarvorstadt“ unter der Leitung von Sozial- und Jugendamt. Ziel des Projekts ist es, die Vernetzung zwischen Menschen und Organisationen im Quartier zu fördern und die Lebensqualität im Viertel zu steigern. Wir Stadtteilvernetzer haben uns bei unserem zweiten Treffen in 2015 über den Stand der Quartiersvernetzung in der Neckarvorstadt informiert und waren zu Gast im KifU an der Brückenstraße.

Die Herausforderungen in der Neckarvorstadt sind groß angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der mangelhaften Versorgungslage im Quartier. Andererseits gibt es die Nähe zum Rosensteinpark und zum Neckar und eine bunte Vielfalt an Bewohnern, was Chancen eröffnet. Besonders vermisst werden im Quartier Räume der Begegnung. Hier wird Abhilfe geschaffen durch die Übernahme und den erweiterten Umbau des Gemeindezentrums von St. Martin durch die Caritas. Auch die Gemeinwesenarbeit wird ausgebaut: es wird zwei GWA-Stellen mit je 25% geben.

Aktiv an der Quartiersvernetzung beteiligt ist der KifU, ein gemeinnütziger Kindertreff für 6-12 Jährige, der unter dem Dach der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft angesiedelt ist. Angelika Schröder, Mitarbeiterin des KifU, stellte den Treff und seine Aktivitäten vor:

Im KifU sind Kinder aus bis zu 30 Nationen vertreten, d. h. es herrscht eine große Sprachen- und Kulturvielfalt. Über den direkten Kontakt zu den Eltern wird versucht, die Vernetzung unter den Quartiersbewohnern zu fördern. Der Kindertreff öffnet sich dafür auch für Ältere – ein Novum und eine Kehrtwendung auch in professioneller Hinsicht, nachdem man in der Vergangenheit in der Kinder- und Jugendhilfe die Räume für Kinder eher als “elternfreie Zone” pflegte. Es gibt u. a. ein Yoga-Angebot für Frauen und ein regelmäßiges „Necafé“ mit Angeboten wie einem Fensterblümlesmarkt, Erzählcafé oder historischem Stadtrundgang. Von Seiten des Sozialamts ergänzte hier Alexander Gunsilius, es wäre stadtweit wichtig und erwünscht, wenn sich Räume für alte Menschen für Junge öffnen und umgekehrt, d. h. wenn Einrichtungen sich gemeinwesenorientierter aufstellen.

So wurde z. B. die Idee, im KifU einen „Fensterblümlesmarkt“ auszurichten, dank der hohen Anteilnahme der BürgerInnen im Quartier zu einem großartigen Erfolg. Und das Schöne daran: Eine Aktion dieser Art ist einfach umzusetzen – siehe hier.

Eine wichtige Frage aus der Stadtteilvernetzer-Runde war, wie der KifU Freiwillige für Aktivitäten gewinnt und anspricht. Frau Schröder betonte, dass hier der persönliche Kontakt der Dreh- und Angelpunkt sei. Schriftliche Infos gibt es auch, aber es gibt viele, die diese nicht lesen können bzw. eine andere Sprache sprechen, so dass hauptsächlich die persönliche Ansprache zählt. Generell sind die finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten des KifU für die Stadtteilvernetzung prekär – die Zeit dafür muss man sich freischaufeln. Aber der Mehrwert der Vernetzung ist deutlich sichtbar. Allerdings bleibt es immer eine Herausforderung, hierfür Menschen zu finden, die mitmachen. Denn Beteiligung muss man wollen, können und im Zweifel auch erst lernen. Eine Aufgabe, die Zeit erfordert.

Die Stadtteilvernetzer danken dem KifU bzw. Angelika Schröder für ihren Input. Wir müssen im Rahmen unserer Strategieentwicklung klären, ob und wie wir als Stadtteilvernetzer-Initiative noch eine stärkere Unterstützung für solche Quartiersvernetzungs-Prozesse leisten können.

Treffen der Stadtteilvernetzer in der Neckarvorstadt

Die Stadtteilvernetzer treffen sich am
Dienstag, 19. Mai 2015 ab 17.30 Uhr in der Brückenstr. 45 A in Bad Cannstatt.
Wir sind zu Gast beim Kindertreff KifU, der zur Stuttgarter Jugendhausgesellschaft gehört. Frau Schröder vom KifU wird uns zu Beginn einen Überblick über den Kindertreff geben und uns über die Vernetzungsaktivitäten in der Neckarvorstadt informieren.

Danach greifen wir das Thema “Repair Café im Quartier” auf. Zwei Repair Cafés aus Stuttgart werden sich vorstellen: das Repair Café im Bürgerhaus Lauchhau-Lauchäcker (Vaihingen), das vom dortigen Bürgerforum veranstaltet wird, und das Repair Café Hallschlag, das im Rahmen des Projekts “Soziale Stadt – Zukunft Hallschlag” initiiert wurde.

Nach den beiden Statements können die Stadtteilvernetzer/innen in das direkte Gespräch mit den Repair Café-Experten kommen, um offene Fragen zu beantworten und Kontakte zu knüpfen.

Alle in der Stuttgarter Quartiersvernetzung Aktiven – ehrenamtliche Bürger und gemeinnützige oder städtische Organisationen – sind zu unserem Treffen in der Neckarvorstadt herzlich eingeladen!

Konzept “Haus der Stille” im Garnisonsschützenhaus

Am Freitag, 8. Mai 2015 um 17.00 Uhr findet im Alten Feuerwehrhaus Süd ein Infoabend mit Dialogforum über die Planungen und das Konzept für eine Neuausrichtung des Garnisonsschützenhauses am Dornhaldenfriedhof statt.

 

Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger aus Stuttgart-Süd, Degerloch und Sonnenberg von der “Initiative für das Garnisonsschützenhaus” herzlich eingeladen:

“Sehr geehrte Damen und Herren,
am Freitag, 8.5.2015 ab 17 Uhr möchten wir alle Bürgerinnen und Bürger ins Alte Feuerwehrhaus Süd einladen und Ihnen unser Konzept sowie den aktuellen Stand der Planungen für ein “Haus der Stille” am Garnisonsschützenhaus am Dornhaldenfriedhof vorstellen. Wir haben von der Stadt Stuttgart eine Option erhalten bis Ende Juli 2015 unser Konzept zu präzisieren.
Wir möchten uns mit den Stadtteilen Stuttgart-Süd, Degerloch und Sonnenberg vernetzen, Partner und Mitstreiter für das Projekt gewinnen, Beteiligungsmöglichkeiten aufzeigen und die Belebung des Garnisonsschützenhauses zu einem Gemeinschaftsprojekt für Stuttgart machen. Nach einigen Kurz-Vorstellungen haben Sie die Möglichkeit in drei Arbeitsgruppen Ihre Vorschläge und Ideen zu konkreten Themen einzubringen.
Den Ablauf und weitere Informationen finden Sie hier
www.garnisonsschuetzenhaus.wordpress.com/infoabend-haus-der-stille/
und hier
www.facebook.com/events/
.

Wir freuen uns auf Sie!
Mit den besten Grüßen,

Christian Dosch

PS: Die Veranstaltung zum Teilen auf Facebook finden Sie unter folgendem Link. Laden Sie gerne Freunde und Bekannte ein und verbreiten die Info in Ihren Netzwerken weiter. Nur gemeinsam hat das Projekt eine Chance!”


Christian Dosch
Initiative für das Garnisonsschützenhaus
Mobil 0178 – 481 72 14
info@garnisonsschuetzenhaus.de
www.garnisonsschuetzenhaus.de
www.facebook.com/garnisonsschuetzenhaus

Lerchenrainschule wird “Offene Bürgerschule”

Die Heslacher Lerchenrainschule (Grund- und Werkrealschule) macht sich auf den Weg zur “offenen Bürgerschule”. Das bedeutet, dass sich die Schule nach außen hin öffnet und Netzwerke mit den Institutionen und Bürgerinnen und Bürger vor Ort bildet. Letztere können sich als ehrenamtliche Bildungspartner in die Schule einbringen und als Paten oder Mentoren Schülerinnen und Schüler unterstützen.

Das Konzept der “offenen Bürgerschule” ist ein Netzwerkprojekt der PH Ludwigsburg. Sechs Schulen aus Baden-Württemberg nehmen daran teil.

Am Freitag, 8. Mai 2015, beginnt das Projekt an der Lerchenrainschule mit einer Zukunftswerkstatt, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Sie findet von 16.00-18.30 Uhr in der Sporthalle der Lerchenrainschule, Kelterstr. 52, statt.  Herr Prof. Weingardt beginnt mit einem Impulsvortrag, danach kommen unterschiedliche Institutionen zu Wort und dann sollen die Chancen und Stolpersteine des Projekts besprochen werden.

Die Öffnung von Schulen nach außen hin ins Quartier und der Aufbau von Netzwerken in die Bürgerschaft und die Institutionenlandschaft eines Stadtteils hinein ist aus Sicht der Stadtteilvernetzer Stuttgart ein sehr guter Weg. Die Schule braucht das Viertel, und das Viertel braucht gut eingebundene Schulen und fitte Schüler/innen.

Nochmals “Hasenberg im Blick”

Im Beitrag “Hasenberg im Blick” – wie vernetzt man Quartiere? vom 12. Februar 2015 stand u. a.:
Auch über eine Postkartenaktion fragte die Steuerungsgruppe von “Hasenberg im Blick” Ideen und Anregungen aus dem Stadtteil ab – rund 1000 Karten wurden verteilt. Ebenso wurde ein “Wunschcafé” angeboten. Diese Aktion lässt sich leicht in anderen Stadtteilen übernehmen; deshalb wollen wir Stadtteilvernetzer sie als Transferprojekt in unsere Sammlung von Transferprojekten aufnehmen.

Eine kleine Aktion mit großer Wirkung:

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Diese Karte wurde im Quartier Hasenberg an alle BürgerInnen verteilt. Damit wurde auf einfache Art das Quartiersprojekt “Hasenberg im Blick” lebendig:
– Im “Wunschcafé” konnten die ersten “Vernetzungskontakte” zwischen Hasenberger BürgerInnen untereinander und mit Initiativgruppen im Quartier geknüpft werden.
– Und mit den Antworten aus den “Ideen-Karten” konnten eine Reihe von Anregungen aus der Bürgerschaft umgehend in Angriff genommen und auch umgesetzt werden (siehe Beitrag hier).

So kommt Bürgerbeteiligung im Quartier ‘in Fahrt’ – eine nachahmenswerte Aktion für alle Quartiers-Initiativen, die etwas bewegen wollen.

Tipps für den Aufbau eines Quartiersprojekts

Warum sind Vernetzungsprojekte auf Quartiersebene sinnvoll? Sie fördern den Aufbau neuer Nachbarschaften im Stadtteil und die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger. Durch die Kooperation vieler Akteure wird es einfacher, Versorgungsstrukturen zu erhalten und zu fördern, die den Bürgern das Altwerden in der gewohnten Umgebung ermöglichen und ein lebenswertes Viertel schaffen.

Alexander Gunsilius vom Sozialamt/Stabsstelle Sozialplanung hat beim Treffen der Stadtteilvernetzer auf dem Hasenberg die Punkte vorgestellt, die aus seiner Sicht wichtig sind, wenn ein Quartiersprojekt aufgebaut werden soll. Sie basieren auf der Erfahrung diverser Quartiersprojekte in Stuttgart (Heslach, Neckarvorstadt, Ostheim-Raitelsberg, Hasenberg):

  • Die Quartiersprojekte sollten immer generationenübergreifend angelegt sein. Dies kann auch in der Raumnutzung zum Ausdruck kommen:  Jüngere können sich im Altenheim treffen, Ältere auch im Jugendhaus – auf diese Weise werden die örtlichen Raum-Ressourcen besser genutzt und die Vernetzung unter den Generationen gefördert.
  • Zu Beginn eines Quartiersprojekts sollte eine Expertenrunde aus Vertretern von gemeinnützigen Diensten und Einrichtungen und städtischen Stellen im Quartier, aus Multiplikatoren, Vertretern des örtlichen Handels, der Kirchen, Bezirksbeiräten einberufen werden. In dieser Runde sollte ein erster Überblick über die Versorgungssituation im Quartier, über Ressourcen und Problemlagen erfolgen.
  • Als nächstes sollte eine Bürgerversammlung einberufen werden. Es ist wichtig, dass Gemeinnützige, Bürger oder der Bezirksvorsteher hierzu einladen – nicht die Stadtverwaltung selbst. Auf dieser Bürgerversammlung können Bürger an runden Tischen ihre Ideen für das Quartier einbringen und ihre Bedarfe formulieren. Es sollten sich dann direkt auf dieser Bürgerversammlung die entsprechenden Arbeitsgruppen bilden.
  • Grundsätzlich sollte man in Quartiersprojekten nicht unrealistisch sein (“Wir brauchen ein riesiges Bürgerzentrum”). Hoffnungen, die nicht finanziert werden können, sollten nicht geweckt werden, weil das sonst alle Beteiligten sehr frustriert.
  • Das Quartiersprojekt bzw. das Engagement aller Aktiven muss zu Ergebnissen führen, sonst erlahmt das Interesse der Beteiligten – konkrete Ergebnisse sind also sehr wichtig.
  • “Zahlen zählen nicht” gilt im Hinblick auf das Bürgerengagement. Man darf nicht enttäuscht sein, wenn manchmal weniger BürgerInnen mitmachen, als man es sich im Quartiersprojekt erhofft. Diejenigen, die da sind, und sei es auch nur eine Handvoll, sind wichtig.
  • Eine Erfahrung ist auch, dass sich jedes Quartiersprojekt anders entwickelt – jedes hat ein spezifisches Profil, das durch die Beteiligten und den Stadtteil geprägt wird.
  • Der Kontakt zum Bezirksvorsteher ist wichtig – das Projekt sollte von den Entscheidern im Viertel mitgetragen werden.
  • Quartiersprojekte brauchen kein großes Budget – die Finanzen sind nicht so wichtig wie die Beteiligung und das Wissen der Bürger. Bei Bedarf sollte die Stadtverwaltung aber einen kleinen Fördertopf zur Verfügung haben und den Akteuren inhaltliche Unterstützung bieten können.

 

“Hasenberg im Blick” – wie vernetzt man Quartiere?

Die Stadtteilvernetzer waren am 3. Februar 2015 im Stadtteil Hasenberg zu Gast, der zum Stuttgarter Westen gehört. Wir trafen uns im Haus Hasenberg, einer Einrichtung  mit Pflegeplätzen und Seniorenwohnungen, die 2012 eröffnet wurde. Herr Laible, der Leiter des Hauses, gehört neben dem evangelischen Diakonat im Stuttgarter Westen und dem katholischen Familienzentrum St. Stefan zu den Initiatoren des Quartierskonzepts, das von der Stadt bzw. dem Sozialamt mit Rat und Tat unterstützt wird.

Marc Laible schilderte, wie das Projekt “Hasenberg im Blick” entstand und welche Ergebnisse bisher vorliegen:

Nach der Eröffnung des Hauses Hasenberg gab es eine erste Kontaktaufnahme hin zur evangelischen und katholischen Kirche im Stadtteil, um den Vernetzungsgedanken ins Spiel zu bringen. Da dieser Gedanke auf positive Resonanz gestoßen ist, wurde zu einem ersten Expertentreffen im Stadtteil geladen, an dem soziale Dienste, städtische Stellen, Multiplikatoren und Vertreter des Handels teilnahmen. Hier sprach man über die Versorgungssituation, über Problemlagen und Ressourcen im Stadtteil. Es wurden die ersten Themenfelder abgesteckt. Danach lud die Steuerungsgruppe des Projekts zu einem Bürgerabend ein, an dem die Bedarfe an runden Tischen abgefragt wurden. 50 Bürgerinnen und Bürger kamen und vier Themen wurden als besonders relevant herausgehoben: die Nahversorgung, der öffentliche Nahverkehr, einen Ort der Begegnung schaffen, Informationen über den Stadtteil bündeln.

Der letzte Punkt wurde sofort von einem engagierten Bürger aufgegriffen und ehrenamtlich umgesetzt: die Webseite “Stuttgart-Hasenberg” bietet eine reiche Informations- und Adressensammlung über den Stadtteil und ein Schwarzes Brett, über das Bürger jederzeit Vorschläge für ihr Quartier machen können. Ebenfalls wurden zwischenzeitlich alle Termine im Stadtteil in einem Flyer zusammengefasst, so das Bürger auf einen Blick sehen, wo in ihrer Nachbarschaft eine Veranstaltung stattfindet.

Auch über eine Postkartenaktion fragte die Steuerungsgruppe von “Hasenberg im Blick” Ideen und Anregungen aus dem Stadtteil ab – rund 1000 Karten wurden verteilt. Ebenso wurde ein “Wunschcafé” angeboten. Diese Aktion lässt sich leicht in anderen Stadtteilen übernehmen; deshalb wollen wir Stadtteilvernetzer sie als Transferprojekt in unsere Sammlung von Transferprojekten aufnehmen – mehr dazu in Kürze auf dieser Webseite.

Durchgeführt wurde im Stadtteil auch ein Stadtteilspaziergang, der dazu führte, dass sich eine Gruppe bildete, die Nutzungsideen für eine kleine Grünfläche an der Reinsburg-/Ecke Röckenwiesenstraße sammelt. Die AG “Nahverkehr” setzt sich kritisch mit der Anbindung des Stadtteils an das Nahverkehrsnetz auseinander und forderte eine Überdachung der Haltestellen, die zwischenzeitlich realisiert wurde. Die AG “Begegnung” führte zur Bildung eines wöchentlichen Spielkreises im Haus Hasenberg. Die AG “Nahversorgung” ist im Kontakt mit den ansässigen Händlern und sucht nach Möglichkeiten, wie Lebensmittel auch angeliefert werden können.

Ein fester Kreis an engagierten Bürgern aus der älteren Generation macht beim Quartiersprojekt mit. Was im Moment noch fehlt, sind die Kontakte hin zu jüngeren Bevölkerungsgruppen. Das Haus Hasenberg steht als Ort der Begegnung auch Jüngeren offen – ein schöner Raum im Erdgeschoss wird gerne für Stadtteilangebote zur Verfügung gestellt.

Nach Marc Laibles Bericht hatte Alexander Gunsilius vom Sozialamt noch Tipps für die Initiatoren von Quartiersprojekten parat – dazu gibt es einen gesonderten Blogartikel.

Für die Stadtteilvernetzer – über 20 waren gekommen – war der Abend sehr informativ. Sogar aus Tamm war jemand angereist, der sich für die Idee der “Stadtteilvernetzer”-Initiative interessiert.

Vielen Dank an alle, die bei dem Treffen dabei waren und einen Input leisteten!

Vernetzung auf Quartiersebene anschieben – wie geht das?

Die Stadtteilvernetzer Stuttgarts treffen sich am

Dienstag, 3. Februar 2015  um 17.30 Uhr
im Haus Hasenberg im Stuttgarter Westen, Klugestr. 2a

Wir wollen besprechen, wie man ein Vernetzungsprojekt anschiebt, das sich auf Quartiersebene  um den Aufbau neuer Verbindungen und Nachbarschaften im Stadtteil bemüht. Solche Quartiersprojekte gibt es in Stuttgart schon in Heslach, in der Neckarvorstadt, in Ostheim-Raitelsberg und eben auch auf dem Hasenberg im Stuttgarter Westen.

Hier wird uns Herr Laible vom Haus Hasenberg berichten, wie das Quartiersprojekt “Hasenberg im Blick” Schritt für Schritt entstand. Herr Gunsilius vom Sozialamt wird dies noch mit Tipps ergänzen als Hilfestellung für diejenigen, die in ihrem Stadtbezirk  ein quartiersweites Vernetzungsprojekt starten wollen. Nach den beiden Statements gehen wir wie immer an Runde Tische, um das Gehörte untereinander zu besprechen und um voneinander zu lernen.

Alle, die in der Stuttgarter Stadtteilvernetzung tätig sind, egal ob als bürgerschaftlicher, gemeinnütziger oder städtischer Akteur, sind zu dem Treffen willkommen!

Gemeinsam reparieren und sich vernetzen

Seit Mai 2014 gibt es im Stuttgarter Westen ein Repair Café.  Hier treffen sich Menschen, um gemeinsam und ehrenamtlich Dinge zu reparieren. Wer etwas Kaputtes hat, bringt es zum Repair Café und bekommt dort Tipps  für’s Selber-Reparieren oder Hilfe durch einen Experten. Egal ob elektrische Geräte, Möbel, Spielzeug, Textilien und vieles andere mehr – für fast alles gibt es einen ehrenamtlichen Helfer.

Durch das Repair Café sollen Umwelt und Geldbeutel gespart werden: “Reparieren produziert weniger Müll (…) Reparieren hält das Wissen, wie Dinge repariert werden können, in der Gesellschaft und macht ein wenig unabhängiger von Industrie und Herstellern, die oft genug absichtlich Schwachstellen in ihre Produkte einbauen”. Gleichzeitig ist das gemeinsame Reparieren eine gute Möglichkeit, mit anderen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte im Quartier aufzubauen. Die Nachbarn im Westen besser kennenzulernen ist deshalb ein weiteres Ziel des Repair Cafés: “Wir leben im Stuttgarter Westen und mögen unser Viertel. Aber wir haben bemerkt, dass immer mehr Läden schließen, dass die Leute immer weniger Verantwortung füreinander übernehmen, dass der Westen anonymer wird. Aber wir wollen wir unsere Nachbarn gerne besser kennen lernen. (Auch die aus anderen Gegenden!)” .

Quartiersnetzwerke und Nachbarschaftsbeziehungen über Repair Cafés aufbauen, das wird auch an anderen Orten in Stuttgart schon versucht. So gibt es ein Repair Café in Wangen im shackspace (Schwerpunkt IT) , im Hallschlag und in Vaihingen. Auch in anderen Bezirken wird über die Einrichtung eines Repair Cafés nachgedacht.

Das Repair Café im Stuttgarter Westen hat nun im Dezember einen Trägerverein gegründet (“Werkstadt Stuttgart”), um das Reparier-Projekt auf nachhaltige Füße zu stellen und weitere Ideen umzusetzen. So wird bspw. die Einrichtung einer offenen Werkstatt, die durchgehend geöffnet ist, angedacht. Falls Stadtteilvernetzer einen inhaltlichen Rat brauchen, um vor Ort ein Repair Café aufzubauen, stehen die ehrenamtlichen Macher des  Repair Café West sicher gerne zur Verfügung. Der nächste Termin, um sich im Westen ein Repair Café mal anzuschauen, ist der 10. Januar 2015, 10-15 Uhr, im westQuartier am Bismarckplatz.

Hasenberg im Blick

Auch im Stuttgarter Westen im Bereich des Hasenbergs wächst derzeit ein Quartiersprojekt heran, das neue Nachbarschaftsbeziehungen im Stadtteil bilden und die Lebensqualität des Quartiers stärken möchte.  Zur Initiativgruppe gehören Hasenberger Bürger und Bürgerinnen, das Haus Hasenberg, die evangelische Kirche Stuttgart, das Familienzentrum St. Stefan und Vertreter der Stadtverwaltung.

Parallel wurde durch einen engagierten Bürger die Webseite Stuttgart-Hasenberg aufgesetzt. Hier finden sich Informationen über den Stadtteil und über das Quartiersprojekt. Ein wichtiger Baustein ist auch das Online-Formular, in das Bürger ihre Ideen für einen lebendigen Stadtteil ‘Hasenberg’ einbringen können. Weblinks zu lokalen Ansprechpartnern und Adressen im Stuttgarter Westen sowie Nachrichten-Feeds der Stadt und der lokalen Presse runden das Angebot ab.

Eine schöne Webseite (“Blog”), auf der sich das Lesen lohnt und mit der sich die Stadtteilvernetzer-Seite gerne vernetzt.